„Mit Bankomat bitte“

Die Erste Bank schafft es seit gut 25 Tagen nicht, mir eine neue Bankomatkarte auszustellen. Als heavy user, der selbst den frisch gespressten 1€ in Aktion-Orangensaft vom Spar „mit Bankomat bitte“ bezahlt, ist diese reine Bargeldschiene eine gänzlich neue Erfahrung. Ein kurzer Erlebnisbericht.

Nicht nur, dass man sich sich ab und an wie ein halber Mafioso oder ein kleiner Drogendealer fühlt und dabei erwischt, wie man beim BILLA ganz Klischee-Granny-like die schimmeligen 2 Cent Münzen zusammenklaubt.
Man kriegt obendrein so halbspannende gesellschaftsdiagnostische Anwandlungen. Wenn man ständig zum Geldnachholen in eine der wenigen verbliebenen Erste Bank-Filialen muss, um hinter dem „Geldgeschäfte erfordern Diskretion – Bitte warten Sie hier“-Schild anzustehen, wird einem bewusst, wie schnell man ziemlich viel Geld ausgibt. Wofür? Keine Ahnung. Ich kann ja nicht einmal per Netbanking nachsehen, wann und wo ich in den letzten 3 Wochen mein Geld ausgegeben habe. Was ja wiederum gut ist, so ein Ausmaß an Anonymität hatte ich zuletzt in den Zeiten, als ich noch beim Schulbuffet in der 10 Uhr Pause ein „gemischtes Baguette und ein Latella bitte“ bestellt und in Schilling bezahlt habe.
Kurzum: Obwohl die Bankomatkarte zum Geldausgeben verleitet, die Wahrnehmung von Konsum verzerrt und sich als Sahnehäubchen sämtliche meiner Einkäufe inklusive dem jeweiligen Ort überwachen lassen, schaue ich ständig nach, ob sie endlich angekommen ist.

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