Zitat zum Tag

Glücklich ist, wer sich selbst genügt (sinngemäß):Ein wenig Lebensweisheit von Schopenhauer. Denn: „Das Schicksal ist grausam und die Menschen sind erbärmlich.“

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Der Mann ohne Eigenschaften zu Liebe und Arbeit

es gibt viele Gründe, den Mann ohne Eigenschaften zu lesen (ich selbst sitze seit gut 1 ½ Jahren daran, mal mehr, mal weniger). Seine Zugehörigkeit zum großen Bildungskanon der Bücher, die jeder gelesen haben sollte aber kaum jemand gelesen hat, stammt ja nicht von ungefähr. Unter anderem, weil man darin allerhand Weisheiten zu den großen Themen des Lebens findet.

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Pierre Bourdieu zu den Juristen (Zitat)

Unvermeidlich drängt sich abschließend der Fall der Juristen auf, die nur um den Preis einer „frommen Heuchelei“ immer noch glauben können, dass ihre Verdikte nicht auf äußeren, namentlich ökonomischen Zwängen beruhen, sondern in transzendenten Normen gründen, zu deren Hütern sie bestellt sind. Das Feld der Rechtsprechung ist nicht, was es zu sein glaubt, nämlich ein von allen Kompromissen mit den politischen oder wirtschaftlichen Notwendigkeiten befreites Universum. Dass es ihm aber gelingt, als solches anerkannt zu werden, trägt zur Produktion vollkommen realer sozialer Effekte bei, und zwar zunächst einmal bei denen, deren Beruf es ist, Recht zu sprechen. Was aber wird aus den Juristen, diesen mehr oder weniger aufrechten Inkarnationen der kollektiven Heuchelei, wenn einmal allgemein bekannt wird, dass sie, weit davon entfernt, transzendentalen und universellen Werten zu gehorchen, ganz wie alle anderen gesellschaftlichen Akteure Zwängen ausgeliefert sind – Zwängen wie denen, die ohne jeden Respekt vor Prozeduren oder Hierarchien der Druck ökonomischer Notwendigkeiten oder die Versuchung durch journalistische Erfolge ausübt?

Pierre Bourdieu, ‚Im Bann des Journalismus‘ in Über das Fernsehen (Suhrkamp 1998), 119f